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Vergessen oder nicht bemerkt, 2005

Wer kennt das erste Retortenbaby, die erste Frau im Weltall? Anders gefragt. Wer kennt Wangari Muta Maathai oder Phan Thi Kim Phuc? Es waren nicht nur Männer, die das letzte Jahrhundert prägten, sondern auch Frauen. Dieser Zyklus ist eine Antwort auf das wunderbare Museum der Fondation Beyeler in Riehen bei Basel. Ich danke dem Ehepaar Beyeler mit tiefem Respekt und grosser Ehrfurcht für ihr Engagement im Dienste der Kunst. Dass im ganzen Hause nur Arbeiten von Männern ausgestellt sind, halte ich jedoch für skandalös.
Frauen haben ebenso wichtige oder gewichtige Arbeiten geschaffen wie Männer. Pipilotti Rist, Meret Oppenheim, Sophie Täuber-Arp und viele andere sind aus der jüngeren Kunstgeschichte nicht wegzudenken.
Die Zahl 13 wird oft als "Unglückszahl" bezeichnet. Wer sitzt auf dem dreizehnten Stuhl am Tisch des heiligen Abendmahls? Ich widme das dreizehnte Bild der angeblichen Hexe Anna Göldin, die wohlgemerkt im protestantischen Glarus ihr Leben verlor.
Wir leben im 21. Jahrhundert. Frauen und Männer tragen im gleichen Masse Verantwortung im gesellschaftlichen Leben. Die einen können ohne die andern nicht bestehen. Ehre, wem Ehre gebührt. Diese Bilderreihe ist ein weiterer Anfang, so wie es schon viele Anfänge gibt. Es muss ja nicht gerade eine Päpstin sein, doch ein Bild einer Frau in der Sammlung von Ernst Beyeler wäre auch ein Anfang.

R. Hächler, im September 2006