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Tanz der Geschlechter, 2005

Thomas Garcia hörte im Auto die neue CD von Coldplay "X&Y". Ich fragte ihn erstaunt, was ihm daran denn so gefalle. Von meiner Tochter Maria wusste ich, dass Coldplay die Kultband des beginnenden 21. Jahrhunderts sei. Garcia meinte, dass kaum ein Sänger seine Stimme so als Instrument einsetze wie Chris Martin. Ich wollte der Sache auf den Grund gehen und mir die CD gelegentlich kaufen, doch Garcia schenkte sie mir bereits zwei Stunden später. Nachdem ich sie einmal durchgehört hatte, blätterte ich im Booklet und fand erstaunliche Dinge.
Erstens einmal besteht die Trackliste aus 2x6+1 Song, was die Zahl 13 ergibt. Dass er diese Kombination wählte sowie der Umstand, dass der CD-Name die weiblichen und männlichen Chromosomenunterschiede beinhalten, machte mich neugierig. So entschloss ich mich für eine neue Bilderreihe.
Bald darauf legte ich ein Konzept fest, worin ich formale und inhaltliche Fragen klären wollte. Bildaufteilung und Zahlenreihen spielen darin ebenso eine Rolle wie die Beziehung zwischen den Geschlechtern. Nebst historischen Aspekten, der Mann erscheint zwölfmal als in der Kulturgeschichte beschriebener Tiermensch, untersuche ich in dieser 13teiligen Reihe die männlich-aktiven und weiblich-passiven Beziehungsmomente, wobei die ungeraden Nummern aktiv, die geraden passiv sind. Die den männlichen Aspekten zugeordneten Gottheiten spielen im Zusammenhang mit dem jeweiligen Songtitel beziehungsweise Songtext eine Rolle.
Das letzte Bild, das dreizehnte, vereinigt in sich alle formalen und inhaltlichen Überlegungen, und Mann und Frau erscheinen als König beziehungsweise Königin. Zugegeben, diese Arbeit ist ein bisschen kopflastig. Mir hat sie indes sehr Spass gemacht.

R. Hächler, im September 2006