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Moses, 2009

Schafe als Künstler

Moses war Schafzüchter und Visionär, wie Gandhi, Matter, Robin Hood oder du und ich:
"komm, wir drehen einmal die ganze sache und versuchen es anders zu machen! da draussen in der wüste bei den schafherden hatte er die vision, dass sein ganzes volk in freiheit leben könnte und nicht nur er mit seiner familie."
(aus "sklaven sind fremde in ohne heimat" von Marcel Keiser, www.oikos-gmbh.ch)

Wir bezahlen Bauern Subventionen, damit sie hervorragendes Kulturland brach liegen lassen und ermöglichen gleichzeitig mit Subventionen eine fragwürdige Waldbewirtschaftung an unwegsamen Stellen. Schafzüchter sind gezwungen, das anfallende Flies ihrer Tiere als Abfall zu entsorgen. In unserer Zeit, wo wir lernen mit unserer Welt achtsam umzugehen und den ökologischen Fussabdruck auf 1,0 zu reduzieren, müssen wir uns dazu Gedan-ken machen und handeln. Bloss 2% der Menschen sind sich bewusst, dass wir zu unserer Erde Sorge tragen müs-sen. Die Schweiz produziert rund 600'oookg Wolle pro Jahr. Wenn jeder 100 Gramm, was einer Tafel Schokolade entspricht, konsumieren würde, wäre zu wenig Rohstoff vorhanden. Felle und Wolle sind hochwertige Rohstoffe für weitere Ausgangsstoffe wie Wollgarn, Filz, Dämmmaterial und so weiter. Diese bieten wiederum eine Menge Möglichkeiten für weitere Produkte.

Dass diese Materialien luftdurchlässig sind, sich der Luftfeuchtigkeit anpassen und weitere interessante Vorteile bieten, ist nur noch wenigen bekannt. Die Rohölderivate sind billiger und in der Konsumwirtschaft so fest veran-kert, dass ökologisch sinnvolle Produkte wie Leder oder Fell bei einer Kaufabsicht gar nicht mehr in Erwägung ge-zogen werden.

Mein Beitrag stellt einerseits eine ethische Frage:
Dürfen wir hochwertige Naturprodukte wie die Schafwolle wegwerfen und gleichzeitig minderwertigere und lang-fristig und ökologisch teurere Produkte verwenden? Andererseits liegt ein Lösungsaspekt darin, dass ich die Pro-duzenten aufrufe, selber ihre Produkte zu verwerten, öffentlich dafür einzutreten sowie dafür zu werben. Wie kann ich als Stadtbewohnender etwas kaufen, das nicht einmal die Schafbauern tragen? Nicht zuletzt sollen wir uns bewusst werden dass „biologische“ Landwirtschaft normal ist und nicht „chemisch“ unterstütze.

Moses hatte die Vision sein Volk trotz widriger Umstände in Freiheit zu Reichtum zu führen, stand hin und setzte seinen Plan um. Er wartete nicht auf eine Obrigkeit, die mit globalisierenden Wirtschaftkapitänen Verträge be-spricht. Moses handelte verantwortungsbewusst in seinem eigenen Umfeld. Weil er visionär vorausblickte, konnte er nicht nur Schwierigkeiten sehen, sondern auch Lösungen entwerfen.

Auf dem Bild sind die Spuren einer Herde von 76 Schafen, eines Schäfers mit Stock und seiner beiden Hunden zu sehen. Von Zeit zu Zeit, am rechten Bildrand zu sehen, dreht sich der Schäfer um, um sich zu vergewissern, dass die ganze Herde mitgekommen ist...

Ein ganz herzliches Dankeschön an Ruedi Rothenbühler mit seinen 20 Schwarzbraunen (SBS) und 26 Suffolk-Schafen mit Hehaka Aki, dem Border Collie-Hütehund, sowie der Fotografien Cordula Burkart für die Fotos und Gabriel Hächler fürs Filmen und allen andern, die zum Gelingen dieser Aktion beigetragen haben.

Roland Hächler, 6. September 2009