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2x3,5 Felle, 2009

Was macht eine "Arbeit" wertvoll?

Die in der Natur entstehenden Materialien wie Flechten, Blütenstaub, Blüten und dergleichen durchlaufen einen Prozess der Ernte und Verarbeitung (Pflücken, Trocknen, Säubern, Sortieren, Bearbeiten, Verarbeiten). Diese Veredelung kann keine Maschine verrichten. Die Handarbeit des Menschen, in Stunden gerechnet, sowie die nötige Ausbildung dazu, legen den Preis für die Arbeit fest. Der Preis des Endproduktes setzt sich also aus Materialkosten und Lohn zusammen, wobei lange Arbeitszeiten sie wertvoller machen, nicht zuletzt des erhöhten Chi-Anteils wegen.

Jede Arbeit, auch die anscheinend sinnloseste, stellt einen gewissen Wert dar. 1-€-Jobs sind nicht menschenwürdig und daher ethisch nicht vertretbar. Gewinne aus Spekulation, Zinserträgen und Finanztransaktionen sind aus ethischen Gründen abzulehnen.

Die neue Gesellschaftsordnung des 21. Jahrtausends kann deshalb nicht auf spekulationsorientierter Basis aufgebaut werden, sondern auf Arbeitsstunden. Wie wertvoll diese sind, legt der Arbeitsmarkt fest. Zinsen sind abzuschaffen, ebenso Finanzmärkte. Nahrungsmittel dürfen nicht mehr von einem Kontinent in den andern transportiert werden. Lebende Tiere müssen innerhalb von 100 km Radius geschlachtet werden und dürfen erst dann als Fleisch oder Fleischprodukt exportiert werden.

Dezentrales Handeln ermöglicht globales Überleben und erhält die Diversität dieser einen Erde wie auch die Arbeitsplätze vor Ort. Globales Denken und regionales Handeln lassen den Reichtum dieser Erde besser verteilen und die Arbeit erhält, den lokalen Bedingungen entsprechend, mehr Wert. Wie wir den Reichtum verteilen bestimmt die Zukunft dieser Erde. Wahre Ökologie wird durch Muskelkraft, Zeit und Tauschwirtschaft erreicht.

Roland Hächler, 2009