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Comfort Women, 2008

Es gibt keine chirurgisch sauber geführten Kriege. Jeder wird mit Soldaten geführt. Soldaten sämtlicher Armeen, auch von "Friedenstruppen" (Somalia, Balkan, Irak, etc.), vergewaltigen, sogar auch Kinder. Diese Kriegsverbrechen sind nur dank der Allmacht des Staates möglich, weil sich der Soldat hinter einer Organisation verstecken kann. Der Soldat tötet und wird mit Medallien ausgezeichnet. Tötet eine Vergewaltigte, wird sie als Mörderin verurteilt. Staaten und staatsähnlichen Gebilde wie Religionsgemeinschaften erfanden die "Staatsraison", welche illegale Machenschaften legalisiert. Staatlicher Terror ist demnach legal, privater Terror illegal.
Während dem zweiten Weltkrieg zwang die japanische Regierung für ihre Militärbordelle Frauen zur Prostitution, laut einigen Quellen um die 300'000 Frauen, vorerst aus Japan, dann Korea, Thailand, China. Diese Frauen erfuhren unerträgliches Leid und wurden nach dem Krieg ignoriert, was sie zu einem Schattendasein in ihren eigenen Ländern zwang. Was diesen Zwangsprostituierten seitens der japanischen Armee an seelischem Leid zugefügt wurde, kann niemals abgegolten werden. Trotzdem sind sie von offizieller Seite her weder anerkannt, noch entschädigt worden, haben bis heute nie einen Geldbetrag erhalten, keine soziale Unterstützung. Offiziell gab es sie gar nicht. Die meisten dieser Frauen sind inzwischen verstorben und das offizielle Japan strebt die organische Lösung an. Kriegsverbrechen verjähren indes nicht. So, wie die japanische Regierung diese Frauen vergessen will, sosehr vergessen wir sie nicht. Wir behalten sie in unserem Bewusstsein.
Stellvertretend für alle Trostfrauen färbte ich 7 Handtücher und wischte mir symbolisch damit die Hände ab. Das Achte ist nur mit Bio-Magermilch getränkt und trägt den Bildtitel in japanischer Schrift: "ian-fu", geschrieben von K. S., eines Japaners, dessen Vater Kamikaze-Pilot war. Offene Fragen: Was unternehmen Organisationen wie das Rote Kreuz, ai, Staatsgebilde oder ich? Wie steht es mit der Verjährung? Was geschieht mit den Opfern?

Roland Hächler, Juli 2009